Träger, Getragene und andere Vorgänge

Acht Leute haben die seltsame Idee am anderen Ende des Welt eine gewiße Runde zu drehen. Dort werden sie von zwei Guides geführt. In jedem Dorf, dass sie durchstreifen, warten Hunderte, sie bei ihrem Durchzug zu bestaunen und gegebenfalls zu helfen, mit allem, was sie haben. Doch auch Hoffnungen der Einheimischen gesellen sich rasch zu jeder Begegnung mit den Fremdlingen. Ob man helfen kann, dem Kaffeemarkt in Europa beizutreten. Kirchenpartnerschaften und Tourismuslobbys auf den Weg bringen. Irgendetwas werden diese Weißen doch auf die Reihe kriegen. Es werden viele Versprechungen gemacht, Adressen getauscht, und Reden stolz gehalten. Irgendwann hören die Straßen auf und kein Boot und kein Jeep kann den ganzen Plunder der  Reisegesellschaft mehr tragen. Diese acht Sonderlinge haben allerhand mitgebracht. Für sich. Für alle Fälle. Für diese und jene Situation. Zelte, dreifach Wäsche, Kleidung für warm und kalt, Cremes, Pillen, Bücher und Vitaminriegel. Und Technik ohne Ende. Als wollten ...
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(© Momo Kohlschmidt)

Der Horror und die alten Knochen

Erste winzige Sonnenstrahlen dringen durch das Schilfgeflecht unser restlos verqualmten Hütte. Wir liegen dicht bei dicht. Fünfzehn Träger und acht Manganer. Ich versuche mich auf die rechte Seite zu drehen. Es schmerzt in jedem Muskel. Unter mir scharrt ein Huhn. Die Hütte steht auf Stelzen und aus der Ferne schlagen Trommeln und rufen zum sonntäglichen Kirchgang. Heute wird ein guter Tag, denn wir kehren wieder um. Als wir gestern uns frohgemut auf die Piste begaben, hatten wir keine Vorstellung, was Hochdschungeltrekking hier bedeutet. Alles ließ sich gut an, als die Trägerkolonne in den halbgetrockneten Matsch ihre nackten Füße setzte und tüchtig ausschritt. Bei Google Earth hatte ich sechs Kilometer ermittelt. Ich werde den Herrschaften darüber noch Bescheid stoßen müssen. Selbst das Höhenprofil erschien mir moderat. Doch weit gefehlt. Nach zwei Stunden hatten wir gerade 4,5 km geschafft und waren schon leidlich geschafft. Die Wege waren steil und nach wie vor ...
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Matsch und Antibiotika

Mindik, 9. August. Es regnet. Die Hoffnung, den blauen Himmel zu sehen, schwindet zunehmend. Die vor zwei Tagen gewaschenen Klamotten, akkurat in unserer Hütte aufgehängt, werden keinen Millimeter trockener. Die Feuchtigkeit schleicht sich überall ein. Das einzige Gegenmittel ist die Sonne. Und sie will sich nicht blicken lassen. Unterwegs zum Markt, wo wir ein Konzert spielen werden, mache ich einen falschen Tritt und rutsche tief in den Schlamm. Der dicke braune Matsch läuft über. Ich spüre lauwarme Flüssigkeit an den Füßen und die bemitleidenden Blicke der Einheimischen. Ich akzeptiere meine Niederlage und bemitleide meine ehemals so gut und vertrauenswürdig aussehenden Schuhe. Ab jetzt laufe ich barfuß. Und es fühlt sich gar nicht so schlecht an. Schon am Abend bin ich krank. Gegen die schlimmsten Krankheiten geimpft. Mit Teamärztin unterwegs. Ein Newguineas würde sich sehr wundern, wüsste er, was wir so alles mit uns schleppen, für alle Fälle, aus Sicherheitsgründen. Am ...
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NOBITE by HERMANN DETZNER

NOBITE by Herman Detzner

(© Frederik Schmid / Lukasz Majka) ...
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Traum

Es ist inzwischen der fünfte Tag in Mindik, geplant war das alles etwas anders, doch hat uns der gewaltige Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gestern morgen zeigte sich dann die Sonne zum ersten Mal in ihrer tropischen Pracht. Alles war klar, am nächsten Morgen machen wir uns zu Fuß auf, die Berge hoch zum nächsten Dorf Richtung Graslands. Dann kam der heutige Morgen und alle saßen schon auf heißen Kohlen, fertig zum Abmarsch, doch unsere Träger waren noch nicht bereit und uns wurde versichert, morgen wäre es klüger loszuziehen. Nach anfänglicher Enttäuschung und Frust darüber es nicht hartnäckiger eingefordert zu haben, dass wir gehen wollen, stellte sich bei mir das Gefühl ein: da sind wir Weißen nun verdammt zum weiteren Lungern, erst gezwungen durch die Gewalt der Natur, dann durch die Einheimischen. Ich muss innerlich schmunzeln, habe ich doch das Lungern so hoch gehalten und ich denke mir, ...
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Die Expedition

Papua Neuguinea 2016

Mangan25 auf den Spuren Hermann Detzners in Papua Neuguinea

Im Sommer 2016 unternehmen wir eine Expedition in das Hochland der Houn-Halbinsel, dem Rückzugsort eines bayrischen Kolonialoffiziers…

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Expeditionsblog

Ausatmen

Expeditionsteilnehmer

Peter Adler
(Maler/Bildhauer)

Kai-Uwe Kohlschmidt (Autor/Komponist)

Momo Kohlschmidt
(Schauspielerin/Sängerin)

Mark Chaet
(Violinist/Komponist)

Frederik Schmid
(Schauspieler)

Lukasz Maijka
(Kameramann)

Steffen Cieplik
(Kameramann/Filmemacher)

Irene Preis
(Expeditionsärztin)

Das Expeditionsrouting

Die Künstler von Mangan25 unternahmen im Sommer 2016 eine Expedition in das Hochland der Houn-Halbinsel, dem Rückzugsort eines bayrischen Kolonialoffiziers, der sich während des ersten Weltkrieges dort versteckt hielt.

Port Moresby → Lae → Finschhafen → Heldsbach →  Sattelberg → Jungzaing → Mindik → Wohan → Tobuo → Wohan → Mindik → Heldsbach → Finschhafen → Lae → Port Moresby

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