Tag 6 – Einlass

Als wir Ruby Gab verlassen, suchen meine Augen vergeblich die Landschaft nach versteckten geheimen Gebietsgrenzen der Aborigines ab, die nur sie lesen können, deren Länge sie in alten Songs messen.

Die Gedanken laufen nicht mehr chronologisch. ALLES – IST – IMMER! Ja, wir bekamen Einlass!

Alice Springs vor Tagen noch vertraute Blickachse. Alles vorbereitet. Ungewissheit, was da draußen wohl ist. Poison all over now!

Ein anstrengender Weg auf dem Waschbrett unter den Rädern. Durchrüttlung über Stunden. Jeder von uns versucht dem was Gutes abzugewinnen. Mir steigt Übelkeit hoch.

Ankommen im Draußen. Lager neben trockenem sandigen Flussbett. Felsiger Untergrund. Abendsonne auf ihrem Catwalk am roten Felsen, Eukalyptusbäume, deren Blätter das Feuer am Abend immer neu entfachen und eine Ahnung von Saunaduft verwehen. Zähneklapper-Kälte in der Nacht. Dörrende Trockenheit, die jeden Mikrometer Flüssiges unserer Haut entzieht. Laufen unter dem immerwährenden heißen Spot der Sonne am Tag. Baden nach dieser Abstinenz in stehenden Gewässern des Hale-River. Fliegen in allen ungeschützten Öffnungen des Körpers. Gegrilltes Fleisch über offenem Feuer.

Als wir also nach zwei Tagen wieder aus dem Flussbett fahren, staubiges Rot, silbergrünes Gewächs, mutigerer Fahrstil über die Unebenheiten, verwesende Kadaver passierend, erfasst mich die Euphorie Einlass erhalten zu haben, nicht die Selben zu sein wie noch zwei Tagen.

Der lange Track kann beginnen.

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