Tag 4 – America the beautiful

Tag 4 – America the beautiful

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Mir scheint es bislang, dass in Amerika alles groß ist. Die Autos (die kleinen wirken fast absurd auf dem, natürlich großen, Parkplatz), die King Size Betten (im Doppelzimmer gleich zwei davon), die Supermärkte mit selbstverständlich übergroßem Angebot, die Reklameschilder am Strassenrand, die Menschen im Umfang (besonders gut zu sehen auf ihren Trolleys, mit denen sie natürlich auch durch die besonders langen Gänge der Walmarts fahren, nicht laufen). Was ist das? Ist es, zu zeigen, was ich bin und was meinen ich Besitz nenne? Das Leben hier scheint auf das Einfache heruntergebrochen zu sein. Es bedarf einiger Anstrengung, sich „richtiges“ Essen zu kaufen. Vieles, was angeboten wird, zielt auf schnelle Befriedigung von Bedürfnissen, ohne Gedanken daran zu verschwenden, was einem gut tut. Erobert werden muß nicht mehr. Das taten die ersten Fremden, die an die Küste kamen. Es weiter zu behaupten, bedeutet, DA ZU SEIN. Wie viele von uns wollte auch ich im Spiel als Kind immer Indianerin sein, niemals Cowboy. Jetzt Natives zu begegnen, läßt die Schamesröte in mein Gesicht steigen. Gemeinschaftliches Schuldgefühl? Eigentlich möchte ich nicht deren Kulturen glorifizieren. Doch der fade Beigeschmack beim Blick in die Geschichte macht es mir schwer. Gestern trafen wir die Halb-Cherokee Leslie Thomas ...
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Tag 3 – Zufriedenes Ankommen

Tag 3 – Zufriedenes Ankommen

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Es ist immer das Problem, heraus zu kommen. Die Zivilisation mit all ihren Rhythmen, Kontrollen und Schlangen warten auf einen, saugen einen ab. Suck, suck suck. Um sechs stehen wir auf, um uns zu schütteln im Red Lion Airport Hotel Atlanta, um zu warten auf den Shuttle zu unserem Wohnmobil, zu unser kleinen Freiheit die nächsten vier Wochen. Das Zeitfenster um der Vermietung das letzte Go zu geben, hatten wir im Flugzeug verbracht. Ich hatte seit einer Woche versucht die Daten, wo man uns abzuholen hat, weiterzugeben. Vergebens. Ganze fünf Stunden warteten wir völlig jetlaggy auf einen Transfer. Ich begann per Telefon Terror zu verbreiten. Mittags dann irgendwann werden wir abgeholt von diesem bizarren Ort, bei dem alles im Müll landet,. Sämtliches Frühstücksgeschirr war aus Plaste oder Pappe und wurde mitleidlos weggeschmissen. Dann eine Stunde Einweisung in das neun Meter lange Ungetüm, was uns zu bester Behausung die nächsten vier Wochen dienen wird. Und rauf auf den ersten Motorway und von wegen, hier fahren alle relaxt. Die Truckfahrer scheren sich einen feuchten Kehricht um langsame Objekte. Unser Camper ist riesig. Hat einen feurigen Motor. Schwimmt ein wenig und klingt gewöhnungsbedürftig. Als wenn man einen gigantischen Pappkarton hinter sich her zieht ...
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Tag 2 – Good morning Atlanta

Tag 2 – Good morning Atlanta

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Wir sind gestern Abend local time 21 Uhr gut durch alle Kontrollen am Atlanta Airport gerutscht und nahmen erst einmal ein Mütze Schlaf im Red Lion Airport Hotel. Heute morgen wecken uns die Nachrichten. Hurricane, Hurricane, Hurricane. Nicht nur wir besuchen dieser Tage Amerika, auch Hurricane Florence ist im Anflug und wird Mitte der Woche auf die südliche Ostküste treffen. Unser Plan war es heute in genau diese Richtung zu fahren und die nächsten 5 Tage in North Carolina, in Wilmington den Journalisten John Jeremiah Sullivan zu treffen. Der Prieber-Experte schlechthin. Nun bekommen wir Nachricht von ihm, dass er zu tun hat die Fenster seines Hauses mit Brettern zu vernageln, Wasser-, Essenvorräte und Batterien für seine Familie zu besorgen. Denn Florence wird mit Wucht auf die Ostküste treffen und sich dann übers Land gen Westen bewegen. Ändern wir unsere Pläne nicht könnten wir uns alle ordentlich Guten Tag sagen. Wollen wir das? Noch haben wir unseren Camper nicht und können das Hotel in Atlanta nicht verlassen. Der Kriegsrat tagt. Was machen wir? Mitten ins Auge des Sturms zu fahren ist nicht Sinn der Übung. Sobald die Autovermietung uns unseren 9 Meter langen Camper, der uns in den nächsten 4 Wochen ...
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Mangan25 Expedition – Amerika 2018

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Die wilde Freiheit Eine Expedition der Künstlergruppe Mangan25 Das Königreich Paradies Ein deutscher Utopist bei den Cherokees Alternativlos nennt der Neoliberalismus seine globalen Ausformungen der spätkapitalistischen Gesellschaft. Die westlichen Demokratien hängen hochverschuldet am Gängelband der Hochfinanz. Die Parlamente repräsentieren nur noch wenig glaubwürdig die ehrbaren Grundsätze, demnach das Volk der Souverän sei und von ihm alle Macht ausginge. Das Vertrauen in die Gesellschaftsform, in der wir leben, steht unter Beschuss der nationalen Heilsversprecher. Ihr Angriff auf die Demokratie lässt nur deren komplettes Ende befürchten. „Wann begann, was jetzt ist?“ Heiner Müller ...
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