Die Entdeckung der Eiszeit

Nach dem Atlantik und der Nordsee werden wir nun unser drittes Revier in Angriff nehmen. Die Highlands von Schottland. Sie werden von einer großen tektonischen Verwerfung, die des Great Glen durchbrochen. Der renommierteste Ingenieur Britannien Thomas Telford ließ zwischen den tiefen Seen von Loch Ness, Loch Loch und Loch Oich  zwischen 1803 und 1822 den Kaledonischen Kanal ausheben.  Neunundzwanzig Schleusen erwarten uns und für mein Radio-Feature meine Kerngeschichte, die des Louis Agassiz. Die Entdeckung der Eiszeit.

Louis Agassiz

Im Jahr 1840 durchstreifte Louis Agassiz die Highlands von Schottland. Der berühmte Gletscherforscher war seit einigen Jahren einer abenteuerlichen Idee aufgesessen. Die Formung der europäischen Landschaft, die Herkunft all der seltsamen Findlinge und eratischen Blöcke konnte eine bisher nicht gedachte Ursache haben. Es musste eine ungeheure Vereisung stattgefunden haben. Als er das Tal von Glen Roy erreichte, ist er überwältigt und sieht sich bestätigt. Die gigantischen Terassen des Tales sind eindeutig von glacialer Hand geschaffen. Doch wo sollte ein massiver Gletscher im relativ niedrigen, schottischen Gebirge seinen Ursprung haben? Es gab nur eine Erkärung. Es muss ein Zeitalter der großen Kälte gegeben haben. Eine Eiszeit. Die Wissenschaft hörte dem renomierten Forscher wohlwollend zu, gleichwohl erklärten sie ihn viele Jahre lang für besessen und seine Ideen für verrückt. Dann bahnte er sich langsam an, der Paradigmenwechsel.

Hauke Trinks

Mich hat die Eiszeit immer fasziniert. Als wir 2009 auf Spitzbergen den Meereisforscher Hauke Trinke begegneten, hat sich dieses Interesse noch verstärkt. Hauke Trinks hatte dem Ursprung des Lebens nachgespürt und eine verblüffende neue Theorie aufgestellt. Seiner fundiertem Theorie zufolge scheint es von hoher Wahrscheinlichkeit, dass das Leben aus dem Eis kommt. In der Abgeschiedenheit der polaren Kälte und den spezifischen physikalischen Bedingungen von Meereis liegen  wesentliche Bedingungen und vor allem auch die nötige Zeit, um so komplexe Strukturen wie Zellen und DNS herauszubilden. Nach Trinks Forschungsergebnissen steht der Paradigmenenwechsel, wo wo das Leben entstanden ist noch aus. Es bleibt interessant dies zu verfolgen und wird ein Kapitel in meinem Feature sein.

Unser Schiff wird nun gleich die erste Schleuse hinter sich bringen und dann tauchen wir ein in die spektakulären Highlands, um in drei Tagen Glen Roy zu erreichen.

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